Der Penis von Martin Winter, Leiter des Brüsseler Büros der Süddeutschen Zeitung, muss sehr lang sein. Denn es ist ein deutscher Penis.
Hier ist seine Sicht zur "Kritik an Deutschland".
Falls der Link nicht funktionieren sollte, eines Tages, habe ich die wichtigsten Stellen unten im Text rauskopiert (Hallo Leistungsschutzrecht!) - aber bitte als Zitat.
Brüssel macht die Deutschen, die dort arbeiten, offenbar deutscher und nicht europäischer. Die sind es wahrscheinlich leid, kritisiert zu werden, beziehen alles auf sich persönlich, und werden zu Rechts-CSU-Hardlinern, selbst wenn sie bei der Süddeutschen Zeitung oder der ARD arbeiten (Rolf-Dieter Krause, unser ARD-Mann in Brüssel, schaffte es in der Anne-Will-Sendung vom 27. März auch, mehrfach so zu tun, als würde er a) ganz persönlich sein Geld in den faulen Süden Europas überweisen und b) als Person zur Zielscheibe des Hasses der dortigen undankbaren Hilfsempfänger, denen er gern den Mitelfinger zeigen würde). Vielleicht ist das mit Brüssel auch übertrieben - zwei Fälle machen keine Theorie. Aber Süddeutsche! HEY! Oberstudienräte, Linke, Grüne-Wähler. Die lesen Süddeutsche. Für die schreiben Süddeutsche-Autoren. Und die schreiben dennoch manchmal Dreck, und Schuld könnte, Konjunktiv, wirklich das - nun unbequemere - Leben in Brüssel sein. Wie vielleicht auch bei Oberpenis Winter. Der schreibt davon, dass Deutschland sich als Adressat für Proteste anböte, weil es so erfolgreich ist und groß und mächtig. Nicht, weil es etwas falsch gemacht hätte, wohlgemerkt. Das wird zwar woanders in einem einzigen Satz erwähnt, aber das ist ganz offensichtlich nicht maßgeblich. Maßgeblich ist, dass Deutschland so groß und erfolgreich ist. Das ist es wiederum, weil die anderen, festhalten, "reformunwillig" seien. Zitat: "Deutschland hat weder Griechen noch Italiener noch Franzosen gezwungen, ihre Länder nicht zu reformieren."
Die sind nicht wegen ihrer Bankenrettungen in Problemen, sondern wegen ihrer Reformunwilligkeit (die den Nicht-Deutschen übrigens inhärent ist, das muss ein Gen-Defekt sein, oder eine natürliche Unterlegenheit, Anpassung und Darwin und so). Und den Gen-Geschädigten wird gedroht: "... denn wer die Deutschen isoliert, der rüttelt an den Grundfesten der europäischen Konstruktion". Es fragt sich zwar, wer wen isoliert. Aber "noch gibt es keine nennenswerten antieuropäischen Kräfte in Deutschland. Das kann sich aber sehr schnell ändern, gerade wenn sich die Deutschen unverstanden fühlen". Auf der Straße lautet dieser Satz ungefähr so: "Pass du auf A'schloch, isch fick disch Krankenhaus". Mit meinem Riesenpenis, aber das muss man nicht dazusagen.
Es sind Texte wie dieser, die mir Angst machen. Anstatt zu denken, Deutschland sei Angriffspunkt von Demonstranten, also damit die Bürger dieses Landes, weil sie irgendetwas "deutschtümliches" hätten, was die Menschen dort nicht leiden könnten, anstatt also auf einmal wieder Volkspsychologien und National-Charakter hoffähig zu machen, sollte man von einem Riesenprengel dieser Güte erwarten, dass er erkennt, dass deutsche Politik kritisiert wird. Hier liegt ein fundamentaler Unterschied. Die meinen nicht dich, Baggerfahrer Egon. Lehrer Thomas. Korrespondent Martin. Auch wenn die BILD dir das erzählt. Die meinen Entscheidungen von Frau Merkel und Herrn Schäuble. Und Rehn. Und Lagarde (die übrigens undeutsch, aber reformwillig sind. Eine seltsame Anomalie, wahrscheinlich Mutation). Jedenfalls, Monsterschwanz aus Brüssel: Wenn die Austeritätspolitik aus Deutschland kommt bzw. von Deutschland geprägt wurde, also Merkel, Schäuble und Co., dann ist es das gute Recht der Menschen, die darunter leiden müssen, dagegen zu demonstrieren. Zu protestieren. Sich wenigstens symbolisch zu verweigern, wenn sie sich dem sonst schon nicht entziehen können. So, wie hier ja auch Leute demonstrieren gehen dürfen, ohne dass ihnen offene Drohungen des Staates entgegen schlagen. Aber echte Megalatten lassen sich so etwas nicht bieten: Wichtig wird bemerkt, dass es NOCH keine Front gegen Europa in Deutschland gäbe. Man sagt damit durch die Hintertür, dass man vielleicht seinen Scheiss alleine machen könnte. Das können nur Riesenschwänze, Fleischpeitschen, Turboschläuche. Martin Winter hat offenbar so einen, insbesondere weil Deutschland so einen hat. Söder bestimmt auch. Helfen tut das natürlich niemand. Aber darum gehts nicht, wir sind hier schließlich bei der Schwanzvergleich-EM. Und das in der Süddeutschen. Nichts ist mehr, wie es einmal war.
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Auszüge als Zitate, für's Archiv, damit das Internet nie vergisst:
Das Bild vom hässlichen Deutschen, der dem übrigen Europa sein Wirtschaftsmodell aufzwingt: In vielen Nachbarländern droht die Wut der Straße zur offiziellen Politik mit antideutschen Zügen zu werden.Man hat sich ja daran gewöhnt, dass sich die Wut in den Krisenländern vor allem gegen die Deutschen richtet. ... Gewöhnt hat man sich ebenfalls daran, dass die eine oder andere Regierung eines Krisenlandes Berlin die Schuld an den schmerzhaften Folgen des Krisenmanagements zuschiebt, um von eigenem Versagen abzulenken. Das ist ärgerlich, aber als größtes, wirtschaftlich erfolgreichstes und in der Krisenbewältigung mächtigstes Land bietet sich Deutschland geradezu als Adressat für Frust und Zorn an.
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Doch wenn die Wut der Straße und das heimliche Geflüster in den Korridoren der Macht zur offiziellen Politik mit antideutschen Zügen werden, dann wird es ernst. In den letzten Monaten eher schleichend, seit Zypern aber ganz offen, ist die Attacke auf Berlin keine Ausnahme mehr.
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Keine deutsche Regierung kann eine Umkehr der Verantwortung für wirtschaftliches Versagen akzeptieren. Berlin hat weder Griechen noch Italiener oder Franzosen gezwungen, ihre Länder nicht zu reformieren. Und es war die zyprische Regierung, die ein Geschäftsmodell für ihre Banken ermöglichte, das zum Debakel führte.
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Europa freilich kann diese Sonderstellung nur schaden, denn wer die Deutschen isoliert, der rüttelt an den Grundfesten der europäischen Konstruktion.
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Deswegen würden die Damen und Herren in Brüssel und die Regierungschefs der europäischen Sache einen großen Dienst erweisen, wenn sie aufhörten, die Vorurteile gegen Deutschland zu befördern. Mehr noch sollten sie endlich die Größe zeigen, den Anwürfen entschieden entgegenzutreten.
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